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St. Peter Gelnhausen

Die Grundsteinlegung der St. Peterskirche führt in das frühe 13. Jahrhundert.

Bildurheber: city-map Region Main Kinzig Walter Rodumer

Im Jahre 1920 gelangte die St. Peterskirche durch Kauf in das Eigentum der katholischen Kirchengemeinde zu Gelnhausen. In den nachfolgenden 18 Jahren wurde sie unter Leitung von Architekt Martin Weber notdürftig restauriert. In diese Epoche fällt auch der stilverfälschende Anbau des Chorraumes und der beiden viereckigen Glockentürme.Eine totale Sanierung, von den Fundamenten bis zum Dach, erfuhr das Bauwerk in den Jahren 1982/83 unter Leitung der Architekten Hessberger und Klöckner, Gelnhausen. Das Sanierungskonzept konnte dabei nur bedingt dem klassischen Weg folgen, 'der in jeder Phase historisch möglichst mit originalen Befunden - belegbar ist' (Vgl. Dokumentation 1983, 5. 13). Es galt vielmehr, eine alle Bauteile und Epochen einbindende Gestaltungskonzeption innen und außen zu entwickeln. Eine der wichtigsten Entscheidungen in diesem Zusammenhang war der Einbau eines Lettners, der den apsidialen Chorraum der Kirche wieder wirkungsvoll zur Geltung kommen läßt. Der Altarraum wurde in die Vierung von Quer- und Langhaus verlegt und entsprechend dem liturgischen Konzept des 2. Vatikanischen Konzils neu gestaltet.Von außen sollte sich das Bauwerk in die städtebauliche Situation der Stadt Gelnhausen einpassen. Dies wurde durch die Entscheidung versucht, 'das gesamte Bauwerk vollflächig zu verputzen, ausgenommen die Werksteinflächen des nördlichen und südlichen Querhauses. Optisch vereinen sich alle aus verschiedenen Jahrhunderten stammenden Bauteile zu einem Bauwerk. Die lisenenartigen Vorsprünge an den Fassadenteilen, aber auch an den übrigen Fenstergewänden und allen anderen steinmetzmäßig bearbeiteten Gebäudeecken sind ebenfalls ohne Putz belassen. Dies gilt auch für die Portale und die historische Sonnenuhr an der Südfassade des Querhauses' (Vgl. Dokumentation 1983, 5. 13). Die Farbgebung der Peterskirche ist den Farbtönungen anderer Großbauten der Stadt nachempfunden.

St. Peter heute

Zur Pfarrei gehören rund 3200 Katholiken in der Stadt Gelnhausen mit den Stadtteilen Haitz und Roth.

Raumkonzept

Die Schönheit der Raumkonzeption der St. Peterskirche entfaltet sich für den Besucher am wirkungsvollsten vom hinteren Teil des Langhauses aus. Der Blick faßt rechts und links die schlichten, schon leicht gespitzten Arkaden des dreischiffigen, basilikalen Langhauses mit den sie tragenden Rundpfeilern; während von hier aus das Querschiff noch nicht einsehbar ist, liegen der mächtige romanische Triumphbogen, der Altarraum und der filigran gearbeitete Lettner, den eine beherrschende Kreuzigungsgruppe krönt, voll im Blickfeld. Optisch erfährt das Bildnis des leidenden Christus am Kreuz seine Uberhöhung durch die Darstellung des in seiner Herrlichkeit thronenden Richters und Herrn in der Rosette der Chorwand.

Der Altarraum


Die Gestaltung des Altarraumes mit Altar und Ambo sowie dem Lettner mit Kreuzigungsgruppe sind ein Werk des Bildhauers Hubert Elsässer, Gröbenzell bei München, 1983.
Altar und Ambo tragen stilisiert die Symbole des Herrenmahles: die Weinrebe und die Kornähre, Sinnbilder von Wein und Brot. Eucharistie als Herrenmahl hat auch die künstlerische Ausgestaltung des Altars ideell beeinflußt; er ist als Tisch ausgeformt.

Der Lettner

Der Lettner will neben seiner architektonisch-gestalterischen Funktion mit der ihn krönenden Kreuzigungsgruppe das Erlösungswerk Jesu Christi in den Kirchenraum bildhaft hereinholen. Der leidende Christus trägt nicht, wie in vielen bildlichen Darstellungen der Romanik, die Königskrone als Zeichen seines himmlischen Königtums (Pilatus sagte zu ihm: 'Also bist du doch ein König?' Jesus antwortete: 'Du sagst es, ich bin ein König' Joh. 18,33-38). Er ist auch nicht der geschundene, mit einer Dornenkrone verunstaltete Schmerzensmann. Der zeitgenössische Künstler gibt dem Kruzifixus die Würde eines verklärten Erlösertodes und spricht damit den betenden Menschen der Gegenwart in besonderer Weise an: Leiden und Tod wandeln den Menschen zur Würde des verklärten Jüngers Jesu. Maria, die Mutter Jesu, und der Apostel Johannes, der Lieblingsjünger des Herrn, stehen in der verkrampften Haltung von uns Menschen unter dem Kreuz. Für sie sind nur das Leid und der Tod Jesu ursprünglich erfahrbar, aber unfaßbar. Auch für sie gilt Jesu Wort, das er zu den Emmaus-Jüngern gesprochen hat: 'Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Mußte der Messias nicht all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?' (Lk 24,25-28)

Die Orgel

Die Orgel (3 Manuale/24 Register) ist ein Werk des einheimischen Orgel-baumeisters Bernhard Schmidt und entstand in den Jahren 1985/86 unter der Beratung von Professor Dr. Kloz (Emeritus der Musikhochschule Köln). Für den Organisten steht eine in Gruppen geteilte Setzerkombination zur Verfügung, die 32 verschiedene Registerzusammenstellungen ermöglicht (die durch die Registerfesseln zu verdoppeln ist). Folgende Regi-ster sind in die Orgel eingebaut: Holzgedackt 8‘, englisch Gamba 8‘, Prinzipal 4‘ - Front, Rohrflöte 4‘, Nasard 2 2/3‘, Terzflöte 1 3/5‘, Scharff 1, 4fach, Dulcian 8‘ (Rückpositiv). Das Haupt- und Pedalwerk umfaßt die Register: Pommer 16‘, Prinzipal 8‘ - Front, Holzflöte 8‘, Oktave 4‘, Waldflöte 2‘, Quintflöte 1 1/3‘, Mixtur 2‘ 4fach, Trompete 8‘, Prinzipalbaß 16‘ - Front, Subbaß 16‘, Offenbaß 8‘ - Front, Dolcan 4‘ Rauschpfeife 2 2/3‘ 3fach, Posaune 16‘ und Trompete 8‘.Die Qualität des Orgelwerks und die ausgezeichnete Akkustik des Kirchenraumes prädestinieren die St. Peterskirche zu Gelnhausen für erlebnisreiche Orgelkonzerte.

Kapitelle

Die Kapitelle des Triumphbogens geben Zeugnis von der meisterlichen Steinmetzkunst der Spätromanik; ein Einzelstück unter den romanischen Kapitellen, das bei den Sanierungsarbeiten der 30er Jahre gefunden wurde, ist heute als Portativ des Tabernakels in den Lettner eingefügt.

Der Kreuzweg

Beachtenswert ist auch der Kreuzweg, der an den Stirnseiten der Querhausarme zu betrachtendem Gebet einlädt. Die Hinter-Glas-Bilder wurden um 1800 von einem Mitglied der Malerfamilie Wittmann aus Neukirchen beim Hl. Blut in der Oberpfalz geschaffen.

Katholische Kirchengemeinde St. Peter

Am Schlachthaus 8
63571 Gelnhausen

Telefon: 0 60 51 / 25 83
Telefax: 0 60 51 / 16 51 3

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